top of page

ADHS oder Perimenopause? So erkennst Du, was hinter deinen Symptomen steckt.

  • vor 21 Stunden
  • 9 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 1 Stunde

In diesem Beitrag findest Du die 5 häufigsten Verwechslungssymtome, aufgezeit in ADHS, Perimenopause und beide. Und Du findest einen Beratungsrechner mit dessen Hilfe du deine aktuellen Symptome auswerten kannst.


ADHS oder Perimenopause - so erkennst du den Unterschied.

Du vergisst mitten im Satz, was du gerade sagen wolltest. Du liegst nachts wach, obwohl du erschöpft bist. Du explodierst aus einem Anlass heraus, der vor drei Jahren noch kein Problem gewesen wäre.


Wenn du zwischen 35 und 50 bist, bist du damit nicht allein. Tausende Frauen googeln genau das "ADHS Symptome Frau", "Perimenopause erkennen", "bin ich vergesslicher geworden oder ist das ADHS". Die Antwort ist frustrierend komplex, und das liegt nicht an dir.


Das Problem: ADHS bei Frauen und Perimenopause sehen sich verblüffend ähnlich. Schlafprobleme, Konzentrationsschwäche, Stimmungstiefs, emotionale Achterbahn, innere Unruhe das alles ist sowohl klassisch perimenopausales Geschehen als auch typisch für ADHS bei Frauen.


Es gibt aber einen entscheidenden Unterschied, den die meisten übersehen. Und der liegt nicht in den Symptomen selbst sondern darin, seit wann du sie kennst.



Die 5 häufigsten Verwechslungs-Symptome, ADHS und Perimenopause



Schlafprobleme . ADHS oder Perimenopause?

1. Schlafprobleme


Einschlafen dauert ewig. Du liegst wach, dein Kopf läuft auf Hochtouren. Oder du schläfst ein, wachst aber gegen drei Uhr morgens auf und bekommst keinen Schlaf mehr. Beides fühlt sich gleich erschöpfend an und kommt bei ADHS genauso vor wie in der Perimenopause.


So klingen Schlafprobleme bei ADHS:

„Ich war schon immer eine Nachteule. Mein Kopf kommt einfach nicht zur Ruhe, wenn ich ins Bett gehe. Manchmal läuft er noch stundenlang, während der Rest der Welt längst schläft. Das kenne ich so seit der Jugend."


So klingen Schlafprobleme in der Perimenopause:

„Früher habe ich gut geschlafen. Seit ein, zwei Jahren wache ich nachts oft auf. Oder ich liege einfach wach, ohne dass ich erklären könnte, warum und das kannte ich sonst nur auch wirklich stressigen Phasen."


So klingen Schlafprobleme mit ADHS in der Perimenopause:

„Schlafen war noch nie meine Stärke, das war schon immer so. Aber was gerade passiert, ist nochmal eine andere Dimension. Ich komme gar nicht runter, wache nachts sehr oft und lange auf. Und wenn ich dann doch schlafe, ist es so unruhig, dass ich morgens wie gerädert bin. Alle Schlafstrategien die ch mir mühsam angeeignet habe, wirken einfach nicht mehr"



2. Konzentrations- und Gedächtnisprobleme


Wörter fallen dir nicht ein. Du liest denselben Absatz dreimal und weißt danach immer noch nicht, was drinststand. Du verlierst Schlüssel, vergisst Termine, kannst in Meetings nicht folgen. Dazu erlebst Du vllt. auch Brain Fog, also das Erleben als würden dein Kopf und deine Gedaken, wie in Nebel gehüllt sein.


So klingen Konzentrations- und Gedächtnisprobleme es bei ADHS: „Ich hatte immer Probleme, bei der Sache zu bleiben, mich längere Zeit zu konzentrieren. Außer vielleicht in Hochstress-Phasen, wo ich irgendwie automatisch fokussierter war. Das ich häufiger als andere Dinge verliere, daran hab ch mich mittlerweile gewöhnt, aber das Vergessen von wichtigen Infos finde ich immer noch echt blöd."


So klingen Konzentrations- und Gedächtnisprobleme in der Perimenopause: „Ich hab das schon alles gut hinbekommen, hatte mein Leben im Griff. Seit zwei Jahren fallen mir zunehmend die eichfachsten Sachen schwer. Und sei es nur, dass ich mich an ein Wort erinnere oder mir merken kann, was ich gerade gelesen habe"


So klingen Konzentrations- und Gedächtnisprobleme mit ADHS in der Perimenopause: „Ich bin bislang schon zurecht gekommen mit Strategien, Listen, aber vor allem Druck ging das alles irgendwie. Mir ist dann schon immer irgenwas eingefallen, um das alles einigermassen hin zu bekommen. Aber jetzt funktioniert das alles nicht mehr, meine Tricks und Kniffe die ich über die Jahre mühsam gesammelt haben, werden Stück für Stück wirkungslos.. Als ob die Hormonschwankungen genau die letzten Puffer weggeräumt hätten, auf die ich mich verlassen hatte. Ich vergesse nicht nur mehr, ich vergesse anders — tiefer. Und das macht mir Angst."


ADHS-bedingter Brain Fog ist zwar chronisch, aber tritt eher selektiv auf, je nach Grad der Unterforderung, Überforderung oder Druck. Perimenopausaler Brain Fog kommt häufig plötzlicher und betrifft oft auch Bereiche, die früher reibungslos funktioniert haben. Wer beides hat, erlebt, das in der Perimenopause auch persönliches Interesse und Motivation nicht an diesem Zustand ändert.


3. Emotionale Intensität und Stimmungsschwankungen


Du reagierst heftiger, als es die Situation verlangt. Du weinst bei Kleinigkeiten. Du wirst wütend und erkennst dich selbst kaum wieder. Und dann, zwanzig Minuten später, ist es vorbei. Was das Ganze noch verwirrender macht.


So klingt es bei ADHS: „Ich habe schon immer alles sehr intensiv gespürt — Freude, Wut, Enttäuschung, alles. Das nennt sich RDS, emotionale Dysregulation, hab ich inzwischen gelernt. Ich kenne das Muster: Es kommt schnell, es ist intensiv, und es geht genauso schnell wieder weg. Schon als Teenager hat mich das in Schwierigkeiten gebracht."


So klingt es bei Perimenopause: „Früher war ich eigentlich ziemlich ausgeglichen. Jetzt weine ich bei Werbung oder flippe aus, wenn mein Partner vergisst, den Müll rauszubringen. Das kenne ich von mir nicht. Es fühlt sich an, als hätte jemand meine emotionalen Dämpfer abmontiert."


So klingt es bei ADHS in der Perimenopause: „Ich kenne meine Reaktionen — ich kenne das Muster seit Jahren. Aber die Intensität, die gerade da ist? Die ist neu. Ich explodiere schneller, erhole mich langsamer, und das schlechte Gefühl danach hängt länger nach als früher. Es ist wie das alte ADHS-Muster, aber aufgedreht auf eine Lautstärke, mit der ich nicht mehr umgehen kann wie bisher."


Emotionale Dysregulation bei ADHS ist langjähriges vorhanden. Perimenopausale Stimmungsschwankungen sind oft neu, kommen in Wellen. Wenn beides zusammentrifft, wird aus einem bekannten, irgendwie handhabbaren Muster etwas, das sich unkontrollierbar anfühlt.


4. Erschöpfung und Antriebslosigkeit


Du bist müde. Nicht einfach-schlechte-Nacht-müde, sondern durch und durch erschöpft. Dinge, die du früher noch hinbekommen hast — Haushalt, Arbeit, soziale Termine — kosten jetzt enorm viel Kraft. Und dann ist da noch dieses Gefühl, von innen einfach leer zu sein.


So klingt es bei ADHS: „Ich war schon immer in einem Muster: Entweder ich bin völlig im Flow und schaffe alles, oder alles ist zu viel und ich komme zu gar nichts. Der Start kostet mich Unmengen an Energie. An manchen Tagen schaffe ich es einfach nicht aus den Startlöchern — das kennen Menschen, die mich kennen, von mir."


So klingt es bei Perimenopause: „Ich war immer aktiv und energiegeladen. Seit letztem Jahr ist da eine Bleierschwerheit, die ich vorher nicht kannte. Ich muss mich zu Dingen zwingen, die mir früher Freude gemacht haben. Das fühlt sich qualitativ anders an als Stress."


So klingt es bei ADHS in der Perimenopause: „Ich kenne Erschöpfung. Die kenne ich seit Jahren. Aber das hier ist anders als will der Akku einfach nicht mehr laden, egal wie viel ich schlafe. Ich brauche für alles länger, komme noch seltener in den Flow als früher, und wenn ich mal im Flow bin, ist der Absturz danach tiefer. Das körperliche und das ADHS-bedingte Erschöpfungsgefühl vermischen sich und ich weiß selbst nicht mehr, was von was kommt."



5. Innere Unruhe und Angst

Ein konstantes Kribbeln im Körper. Das Gefühl, nicht stillsitzen zu können im Kopf, manchmal auch körperlich. Dazu eine diffuse Angst, die schwer zu benennen ist: Angst vor dem nächsten Tag, vor Fehlern, vor dem, was als Nächstes schiefgeht.


So klingt es bei ADHS: „Ich kann schlecht entspannen. Immer läuft im Hintergrund irgendwas. Ich brauche immer irgendeinen Input — Podcast, Musik, Multitasking — sonst werde ich kribbelig. Das Rumsitzen und Nichtstun ist mir fremd. Kenne ich seit ich denken kann."


So klingt es bei Perimenopause: „Ich hatte nie Angstprobleme. Jetzt wache ich manchmal mit Herzrasen auf oder habe dieses nagende Unwohlsein ohne klaren Auslöser. Das war nicht immer so — es begann irgendwann in den letzten Jahren."


So klingt es bei ADHS in der Perimenopause: „Die innere Unruhe kenne ich — die ist mein Dauerzustand. Aber was jetzt dazukommt, ist eine Art Angst, die ich nicht greifen kann. Nicht das alte Kribbeln, sondern etwas Dumpfes, Körperliches. Herzrasen ohne Grund. Momente, in denen ich nicht weiß, ob ich gerade ADHS-überwältigt bin oder ob mein Körper mir hormonseitig etwas sagt. Oder beides. Gleichzeitig. Das ist das Verwirrende daran."


Perimenopausale Angst wird oft durch den sinkenden Progesteronspiegels ausgelöst. Progesteron wird im Gehirn zu Allopregnanolon umgebaut, das wie eine natürliche Bremse auf das Nervensystem wirkt. Wenn dieser Spiegel schwankt oder fällt, ist die innere Dämpfung weniger verlässlich — für das ADHS-Gehirn, ist das eine besondere Herausforderung.

Der entscheidende Unterschied: Früher vs. Jetzt


Wenn du die Beschreibungen oben gelesen hast und dich gefragt hast, "aber das klingt alles nach mir", dann bist du genau richtig. Weil die Symptome sich überlappen. Der Unterschied liegt nicht in der Art der Symptome, sondern in ihrer Geschichte.


ADHS ist chronisch. Die Symptome waren immer da, vielleicht hast du sie kompensiert, umgangen, gut genug versteckt, um halbwegs zu funktionieren. Du warst schon als Kind "zerstreut", "verträumt", "zu empfindlich". Deine alten Schulzeugnisse sind wahrscheinlich voller gut gemeinter Kommentare wie "könnte sich besser konzentrieren" oder "lässt sich leicht ablenken". Die Perimenopause verstärkt diese Symptome sie erfindet sie aber nicht neu.


Perimenopausale Symptome sind neu oder eskalieren plötzlich massiv. Wenn du dir denkst: "Das kenne ich von mir nicht. Ich war immer gut im Schlafen, gut im Fokussieren, eigentlich stabil" dann spricht das eher für eine hormonelle Ursache.


Wie ADHS und Perimenopause neurobiologisch zusammenhängen und warum alte Strategien in dieser Phase oft nicht mehr tragen, erkläre ich ausführlich in diesem Artikel: AD(H)S in der Perimenopause — das Chaos im Durcheinander


Die Frage, die sich viele Ärztinnen und Ärzte noch nicht routinemäßig stellen, aber die diagnostisch zentral ist: Hatte ich das schon immer, oder ist es neu?

Und die Antwort "beides" ist viel häufiger als du vielleicht denkst. Laut einer Befragung von über 1.500 Frauen mit ADHS durch ADDitude Magazine gaben 94 % an, dass ihre ADHS-Symptome in der Perimenopause und Menopause schlimmer wurden.


Das durchschnittliche ADHS-Erstdiagnosealter bei Frauen liegt laut derselben Befragung bei 43 Jahren — also genau in der Zeit, in der die Perimenopause beginnt. Das ist kein Zufall: Viele Frauen erhalten ihre ADHS-Diagnose erst dann, weil die Hormonschwankungen die bisherigen Kompensationsstrategien wegspülen und das, was schon immer da war, plötzlich nicht mehr zu managen ist.

Was zeigt dir der Beratungsrechner?


Um herauszufinden, was bei dir gerade überwiegt, ein chronisches ADHS-Muster, perimenopausale Veränderungen oder beides, hilft es, die Symptome zweimal zu bewerten: einmal für "mein Leben lang" und einmal für "die letzten ein bis zwei Jahre".

Genau das macht der interaktive Beratungsrechner hier auf der Seite. Jedes Symptom wird zweimal eingeschätzt die Differenz zwischen beiden Werten ist der Schlüssel. Nicht wie intensiv deine Symptome insgesamt sind, sondern wie sehr sie sich verändert haben, gibt den Hinweis.



Was du mit dem Ergebnis machen kannst


Bevor du weiterließt: Der Rechner stellt keine Diagnose. Er gibt dir Orientierung — eine Grundlage für das nächste Gespräch mit deiner Ärztin, deinem Arzt oder einem spezialisierten Zentrum. Eine Diagnose braucht einen Menschen, der dich kennt und deine Geschichte hört.


Wenn das Ergebnis eher auf ADHS hinweist: Suche eine psychiatrische oder neurologische Praxis auf, die Erfahrung mit ADHS-Spätdiagnosen bei Frauen hat. Nicht jede Praxis kennt die spezifischen Ausprägungen von ADHS bei erwachsenen Frauen — es lohnt sich, vorher zu fragen. Viele Frauen berichten, dass sie für die ADHS-Diagnostik Wartezeiten von mehreren Monaten einplanen müssen. Fang also früher an zu suchen, als du glaubst.


Wenn das Ergebnis eher auf Perimenopause hinweist: Geh in die gynäkologische Praxis und schildere konkret, was sich verändert hat — am besten mit einer kurzen Zeitachse: Seit wann? Was hat sich geändert? Welche Symptome sind neu? Labortests können perimenopausale Hormonschwankungen teilweise abbilden, sind aber keine verlässliche Einzeldiagnose, weil die Spiegel stark schwanken. Das klinische Gespräch ist wichtiger.


Wenn beides zutrifft: Das ist sehr häufig und nicht überraschend, wenn man die Neurobiologie kennt. Ein sinkender Östrogenspiegel bremst das dopaminerge System, das bei ADHS ohnehin mit wenig Puffer arbeitet. Was vorher noch mit Mühe kompensierbar war, wird durch die hormonellen Schwankungen der Perimenopause destabilisiert. Du bist dann nicht auf einmal "viel kränker" — dein System hat einfach zwei Herausforderungen gleichzeitig.


Wenn du auch gerade merkst, dass das alles eine komplexe Sache ist und du dich trotz der vielen Informationen alleine fühlst. Dann ist mein Mein 12-Wochen-Programm "AD(H)S-female edition" das richtige für dich. Es wird sogar von vielen gesetzlichen Krankenkassen bezuschusst.

Lass Dich begleiten.


Es geht nicht um Selbstoptimierung, sondern darum wirklich zu verstehen, was gerade in Deinem Körper und Gehirn passiert und was das für deinen Alltag, auch in Zukunft, bedeutet.




Häufige Fragen



Kann ich gleichzeitig ADHS haben und in der Perimenopause sein?

Ja — und das ist häufiger als die meisten denken. Studien zeigen, dass Frauen mit ADHS perimenopausale Symptome oft früher und intensiver erleben, weil sinkende Östrogenspiegel das ohnehin dopaminarme ADHS-Gehirn zusätzlich belasten.

Wie erkenne ich, ob meine Symptome von ADHS oder der Perimenopause kommen?

Die entscheidende Frage ist: Seit wann? ADHS-Symptome waren schon immer da — oft seit der Kindheit. Perimenopausale Symptome sind neu oder haben sich plötzlich massiv verschlechtert. Der Beratungsrechner auf dieser Seite hilft dir, genau das einzuordnen.

Warum werde ich gerade erst mit 40 mit ADHS diagnostiziert?

Das Durchschnittsalter der ADHS-Erstdiagnose bei Frauen liegt bei 43 Jahren. Viele Frauen kompensieren jahrzehntelang so gut, dass ADHS unsichtbar bleibt — bis die Hormonschwankungen der Perimenopause die letzten Puffer wegnehmen und das System kippt.

Hilft der Beratungsrechner bei einer Diagnose?

Nein — er ersetzt keine professionelle Diagnose. Er gibt dir Orientierung und eine Gesprächsgrundlage für den nächsten Arzttermin. Ob ADHS, Perimenopause oder beides: Beides braucht eine Fachperson, die deine individuelle Geschichte kennt.

Was kann ich tun, wenn beides zutrifft?

Beide Seiten abklären lassen — parallel, nicht nacheinander. Eine Gynäkologin für die hormonelle Perspektive, eine psychiatrische oder psychologische Praxis für die ADHS-Diagnostik. Und idealerweise jemanden, der die Wechselwirkung kennt.


 
 
 

1 Kommentar

Mit 0 von 5 Sternen bewertet.
Noch keine Ratings

Rating hinzufügen
Gast
vor 7 Stunden
Mit 5 von 5 Sternen bewertet.

Danke! 🙏

Gefällt mir
bottom of page